Denosumab
Geprüft von Maurice Lichtenberg
Denosumab ist ein vollständig humaner IgG2-monoklonaler Antikörper, der RANKL (Receptor Activator of Nuclear Factor-κB Ligand) bindet und neutralisiert — das Zytokin, das für Differenzierung, Aktivierung und Überleben von Osteoklasten unerlässlich ist; durch die Blockade der RANK-RANKL-Achse wird die Knochenresorption nachhaltig supprimiert. Er ist von der FDA für Osteoporose bei postmenopausalen Frauen und Männern mit hohem Frakturrisiko (Prolia, 60 mg s.c. alle 6 Monate), die Prävention skelettaler Komplikationen bei Knochenmetastasen (Xgeva, höhere Dosis) sowie Riesenzelltumore des Knochens zugelassen. Im Gegensatz zu Bisphosphonaten beeinflusst die RANKL-Hemmung auch Immunzellen und das Tumormikroumfeld, da RANKL auf Osteoblasten, aktivierten T-Zellen und stromalen Zellen jenseits des Knochens exprimiert wird; dies hat Forschungsinteresse an onkologischen und immunologischen Anwendungen geweckt. Beobachtungsdaten deuten auf mögliche kardiovaskuläre und gesamtmortalitätssenkende Effekte bei mit Denosumab behandelten Osteoporosepatienten hin, die über die Frakturprävention hinausgehen und Parallelen zu Bisphosphonat-Befunden aufweisen, doch Konfundierung und Gebrechlichkeitsbias erschweren die Interpretation. Ein wesentlicher Sicherheitsaspekt ist ein Rebound-Knochenverlust bei Therapieabbruch ohne Überleitung auf ein Bisphosphonat, da die Osteoklastenaktivität stark ansteigt; seltene Kieferosteonekrose und atypische Femurfrakturen werden ebenfalls berichtet.
