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Kognition & Soziales

MoCA (Montreal Cognitive Assessment)

Geprüft von

Das Montreal Cognitive Assessment (MoCA), von Ziad Nasreddine entwickelt und 2005 publiziert, ist ein 30-Punkte-Screening-Instrument, das am Krankenbett in rund 10 Minuten visuospatiale und exekutive Funktionen, Benennen, Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Sprache, Abstraktion und Orientierung erfasst. Seine Sensitivität für die leichte kognitive Beeinträchtigung (MCI) ist deutlich höher als beim MMSE — in der Originalvalidierungsstudie (Nasreddine 2005) etwa 90 %, mit einer Spannbreite von 80–100 % über verschiedene Populationen, gegenüber 18–45 % beim MMSE in klinikbasierten Studien — und macht es zum bevorzugten Erstscreening subtiler kognitiver Veränderungen. Ein Wert von 26 oder mehr gilt konventionell als normal; bei weniger als 12 Schuljahren wird ein Punkt addiert, wobei diese Schwelle diskutiert wird, da Bildung, Sprachkompetenz und kultureller Hintergrund die Scores beeinflussen und lokale Normwerte für eine valide Interpretation erforderlich sind. Das MoCA ist ein Screening-Instrument, kein Diagnoseinstrument; auffällige Werte erfordern eine weiterführende neuropsychologische Abklärung.

Quellen

  1. Nasreddine ZS, Phillips NA, Bédirian V, Charbonneau S, Whitehead V, Collin I, Cummings JL, Chertkow H. (2005). The Montreal Cognitive Assessment, MoCA: A brief screening tool for mild cognitive impairment. *Journal of the American Geriatrics Society*doi:10.1111/j.1532-5415.2005.53221.x