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Kognition & Soziales

Alterung des präfrontalen Kortex

ENPrefrontal cortex aging

Geprüft von

Der präfrontale Kortex (PFK), bestehend aus den Brodmann-Arealen 9, 10, 11, 46 und 47 und verwandten Regionen, ist das kortikale Substrat für exekutive Funktionen, Arbeitsgedächtnis, kognitive Flexibilität, Impulskontrolle und prospektive Planung. Er gehört zu den am spätesten myelinisierten Hirnregionen in der Adoleszenz und zu den ersten, die im Alter messbare strukturelle und funktionelle Veränderungen zeigen: kortikale Ausdünnung, dendritische Retraktion, verringerte dendritische Dornfortsatzdichte und nachlassende dopaminerge sowie noradrenerge Signalübertragung häufen sich ab der vierten Lebensdekade an, selbst ohne manifeste Pathologie. Funktionelle MRT-Studien zeigen, dass ältere Erwachsene bei gleichwertigen Aufgaben den PFK bilateraler und diffuser rekrutieren als junge Erwachsene — ein Muster, das in manchen Modellen als Kompensation, in anderen als Ineffizienz interpretiert wird. Der altersbedingte PFK-Abbau wird durch chronischen Stress (über glukokortikoider-vermitteltes dendritisches Remodeling), Hypertonie und Schlafstörungen beschleunigt und ist durch Ausdauertraining, kognitiv fordernde Tätigkeiten und ausreichend Schlaf beeinflussbar.

Quellen

  1. Sherwood CC, Gordon AD, Allen JS, Phillips KA, Erwin JM, Hof PR, Hopkins WD. (2011). Aging of the cerebral cortex differs between humans and chimpanzees. *Proceedings of the National Academy of Sciences*doi:10.1073/pnas.1016709108
  2. Lustig C, Shah P, Seidler R, Reuter-Lorenz PA. (2009). Aging, training, and the brain: a review and future directions. *Neuropsychology Review*doi:10.1007/s11065-009-9119-9