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Mikrobiom

TMAO (Trimethylaminoxid)

ENTMAO (Trimethylamine-N-oxide)

Geprüft von

Trimethylaminoxid (TMAO) ist eine kleine organische Verbindung, die entsteht, wenn Darmbakterien Nahrungscholin, Phosphatidylcholin und L-Carnitin — reichlich in rotem Fleisch, Eiern und Fisch vorhanden — zu Trimethylamin (TMA) umwandeln, das dann in der Leber durch Flavin-haltige Monooxygenasen (hauptsächlich FMO3) zu TMAO oxidiert wird. Erhöhte zirkulierende TMAO-Spiegel wurden in mehreren großen prospektiven Studien mit einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse, Vorhofflimmern und Gesamtmortalität assoziiert; mechanistische Arbeiten in Mäusen verweisen auf Hemmung des reversen Cholesterintransports und Förderung der Schaumzellbildung. Das Bild wird jedoch dadurch kompliziert, dass Fischkonsum — generell kardioprotektiv — ebenfalls TMAO erhöht und dass TMAO-Spiegel stark mit Darmmikrobiota-Zusammensetzung, Genetik (FMO3-Polymorphismen) und renaler Clearance variieren, wodurch TMAO eher ein Biomarker für Exposition und mikrobiellen Stoffwechsel als ein eindeutiger kausaler Risikofaktor ist.

Quellen

  1. Koeth RA, Wang Z, Levison BS, Buffa JA, Org E, Sheehy BT, et al.. (2013). Intestinal microbiota metabolism of L-carnitine, a nutrient in red meat, promotes atherosclerosis. *Nature Medicine*doi:10.1038/nm.3145
  2. Wang Z, Klipfell E, Bennett BJ, Koeth R, Levison BS, Dugar B, et al.. (2011). Gut flora metabolism of phosphatidylcholine promotes cardiovascular disease. *Nature*doi:10.1038/nature09922