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Zellbiologie

AGE-RAGE-Achse

ENAGE-RAGE axis

Die AGE-RAGE-Achse beschreibt die Signalübertragung, die ausgelöst wird, wenn fortgeschrittene Glykierungsendprodukte (AGEs) und andere endogene Liganden an RAGE binden, einen Multiliganden-Rezeptor der Immunglobulin-Superfamilie, kodiert durch das AGER-Gen. Neben AGEs bindet RAGE auch S100-/Calgranulin-Proteine, HMGB1, Amyloid-Beta-Peptide und bestimmte Beta-Faltblatt-Fibrillen. Die Ligandenbindung aktiviert intrazelluläre Kaskaden mit NADPH-Oxidase, MAP-Kinasen und NF-kB und führt zu anhaltender pro-inflammatorischer und pro-oxidativer Genexpression in Endothel- und Gefäßmuskelzellen, Makrophagen und Neuronen. NF-kB reguliert dabei auch RAGE selbst hoch und erzeugt eine sich selbst verstärkende Rückkopplung. Die Achse ist an diabetischen Gefäßkomplikationen, Atherosklerose, chronischer Nierenkrankheit und Neurodegeneration beteiligt und gilt als mechanistische Brücke zwischen Hyperglykämie, oxidativem Stress und der chronischen niedriggradigen Entzündung, die mit biologischer Alterung verbunden ist.

Quellen

  1. Ramasamy R, Yan SF, Schmidt AM. (2011). Receptor for AGE (RAGE): signaling mechanisms in the pathogenesis of diabetes and its complications. *Annals of the New York Academy of Sciences*doi:10.1111/j.1749-6632.2011.06320.x
  2. Yan SF, Ramasamy R, Schmidt AM. (2009). The receptor for advanced glycation endproducts (RAGE) and cardiovascular disease. *Expert Reviews in Molecular Medicine*doi:10.1017/S146239940900101X
  3. Schmidt AM, Yan SF, Yan SD, Stern DM. (2010). The RAGE Axis: A Fundamental Mechanism Signaling Danger to the Vulnerable Vasculature. *Circulation Research*doi:10.1161/CIRCRESAHA.109.212217