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Mikrobiom

Darm-Hirn-Achse

ENGut-brain axis

Geprüft von

Die Darm-Hirn-Achse ist das bidirektionale Kommunikationsnetzwerk, das enterisches Nervensystem, Vagusnerv, Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse (HPA-Achse), Immunsignale und blutgetragene mikrobielle Metaboliten zwischen Gastrointestinaltrakt und Zentralnervensystem verknüpft. Die Darmmikrobiota beteiligt sich an diesem Netzwerk, indem sie neuroaktive Verbindungen produziert — darunter Serotonin-Vorläufer (etwa 90 % des körpereigenen Serotonins wird in enterochromaffinen Zellen synthetisiert, teilweise stimuliert durch mikrobielle Metaboliten), Gamma-Aminobuttersäure (GABA), kurzkettige Fettsäuren und sekundäre Gallensäuren — die das Gehirn direkt erreichen oder afferente Vagussignale modulieren können. Tierstudien haben überzeugend belegt, dass keimfreie oder antibiotisch behandelte Mäuse veränderte Stressreaktionen, Angstverhalten und Neuroinflammation zeigen, die durch spezifische Mikrobiota-Rekonstitution oder Probiotikagabe teilweise umgekehrt werden können. Die Humanbeweise sind begrenzter: Konzeptnachweisstudien mit spezifischen Psychobiotika zeigen in einigen Kohorten moderate anxiolytische oder antidepressionsartige Signale, doch Effektgrößen sind klein und die Replikation inkonsistent, sodass die klinische Übertragung verfrüht bleibt.

Quellen

  1. Mayer EA, Tillisch K, Gupta A. (2015). Gut/brain axis and the microbiota. *Journal of Clinical Investigation*doi:10.1172/JCI76304