Nicht-AGE-Kollagenquervernetzungen
ENNon-AGE collagen crosslinks
Geprüft von Maurice Lichtenberg
Obwohl fortgeschrittene Glykationsendprodukte (AGEs) eine bekannte Quelle von Kollagenquervernetzungen sind, wird eine eigenständige Klasse enzymatisch vermittelter Quervernetzungen durch Lysyloxidase (LOX) und ihre Paraloge (LOXL1–4) eingeführt — kupferabhängige Aminoxidasen, die spezifische Lysin- und Hydroxylysinreste in frisch sezerniertem Kollagen und Elastin zu reaktiven Aldehyden oxidieren, die dann spontan zu kovalenten intra- und intermolekularen Vernetzungen wie Pyridinolin und Desoxypyridinolin kondensieren. LOX-vermittelte Quervernetzung ist für Zugfestigkeit und Gewebeintegrität in der Entwicklung unverzichtbar, doch eine pathologische Hochregulation — durch TGF-beta, Hypoxie und PDGF-Signalgebung in fibrotischen und Tumormikroumgebungen — erzeugt übermäßige Matrixsteifigkeit, die Fibrose antreibt, die zelluläre Mechanosensorik stört und Tumorinvasion fördert. Im Unterschied zu AGE-Quervernetzungen sind LOX-vermittelte Bindungen prinzipiell durch LOX-Inhibitoren wie beta-Aminopropionitril (BAPN) beeinflussbar, was diesen Weg zu einem pharmakologischen Ziel macht, das von der AGE/RAGE-Achse getrennt zu betrachten ist.
Quellen
- Saito M, Marumo K. (2010). Collagen cross-links as a determinant of bone quality: a possible explanation for bone fragility in aging, osteoporosis, and diabetes mellitus. *Osteoporosis International*doi:10.1007/s00198-009-1066-z
- Viguet-Carrin S, Garnero P, Delmas PD. (2006). The role of collagen crosslinks in ageing and diabetes - the good, the bad, and the ugly. *Osteoporosis International*doi:10.1007/s00198-005-2035-9
