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Konzepte & Theorien

Number needed to treat (NNT)

Die Number needed to treat (NNT) gibt an, wie viele Patienten eine Intervention erhalten müssen, damit genau ein Patient gegenüber der Kontrolle einen Nutzen erzielt. Eingeführt von Laupacis, Sackett und Roberts im New England Journal of Medicine (1988), ergibt sie sich als Kehrwert der absoluten Risikoreduktion (ARR): NNT = 1 ÷ ARR, wobei ARR der Differenz der Ereignisraten zwischen Kontroll- und Behandlungsgruppe entspricht. Weil die NNT Nutzen als Patientenzahl ausdrückt, macht sie die absolute Effektgröße greifbar: Eine NNT von 50 bedeutet, dass 50 Personen behandelt werden müssen, damit eine das Zielereignis vermeidet. In der Alters- und Longevity-Medizin — wo Interventionen auf Prävention kardiovaskulärer Erkrankungen, Krebs oder Funktionsverlust abzielen — sind NNT-Werte oft höher als erwartet. Eine Nachanalyse des JUPITER-Trials (Ridker et al., 2009) ergab eine NNT von 95 für den primären Endpunkt bei Niedrigrisiko-Teilnehmern unter fünfjähriger Rosuvastatin-Therapie; Statine in echter Primärprävention erreichen Werte von 60 bis 270. Da die NNT stark von Ausgangsrisiko, Beobachtungszeitraum und Komparator abhängt, ist ein kontextloser Wert wenig aussagekräftig; Konfidenzintervalle auf ARR-Basis sind für eine sachgerechte Interpretation unerlässlich.

Quellen

  1. Laupacis A, Sackett DL, Roberts RS. (1988). An Assessment of Clinically Useful Measures of the Consequences of Treatment. *New England Journal of Medicine*doi:10.1056/NEJM198806303182605
  2. Ridker PM, MacFadyen JG, Fonseca FAH, Genest J, Gotto AM, Kastelein JJP, et al.. (2009). Number Needed to Treat With Rosuvastatin to Prevent First Cardiovascular Events and Death Among Men and Women With Low Low-Density Lipoprotein Cholesterol and Elevated High-Sensitivity C-Reactive Protein. *Circulation: Cardiovascular Quality and Outcomes*doi:10.1161/CIRCOUTCOMES.109.848473
  3. Suissa S. (2015). The Number Needed to Treat: 25 Years of Trials and Tribulations in Clinical Research. *Rambam Maimonides Medical Journal*doi:10.5041/RMMJ.10218