Polypharmazie
ENPolypharmacy
Geprüft von Maurice Lichtenberg
Polypharmazie ist konventionell definiert als die gleichzeitige Einnahme von fünf oder mehr Medikamenten durch einen Patienten, wobei Schwellenwerte je nach Definition variieren (manche nutzen ≥4, Hyperpolypharmazie typischerweise ≥10); sie muss von angemessener Polypharmazie unterschieden werden, bei der jedes Medikament individuell evidenzbasiert indiziert ist. Die Prävalenz steigt steil mit Alter und Multimorbidität — in vielen Hocheinkommensländern nehmen über 40 % der Erwachsenen ab 65 fünf oder mehr Arzneimittel ein. Klinische Risiken umfassen Arzneimittelwechselwirkungen, additive unerwünschte Wirkungen, Verordnungskaskaden (bei denen eine Arzneimittelnebenwirkung mit einem weiteren Medikament behandelt wird), eingeschränkte Adhärenz, Stürze, kognitive Beeinträchtigung und Krankenhausaufenthalte. Deprescribing — die strukturierte Reduktion von Medikamenten ohne Nettonutzen — ist eine aufstrebende Disziplin der Geriatrie und Longevity-Medizin, gestützt durch eine wachsende Evidenzbasis für spezifische Arzneimittelklassen wie Protonenpumpenhemmer, Benzodiazepine und Anticholinergika bei älteren Erwachsenen.
