Pulswellengeschwindigkeit (PWV)
ENPulse wave velocity (PWV)
Geprüft von Maurice Lichtenberg
Die Pulswellengeschwindigkeit (PWV) ist die Ausbreitungsgeschwindigkeit der durch ventrikuläre Kontraktion erzeugten Druckwelle entlang der arteriellen Gefäßwand und gilt als nichtinvasiver Goldstandard zur Messung der arteriellen Steifigkeit. Die karotidofemorale PWV (cf-PWV), gemessen mittels Applanationstonometrie oder oszillometrischer Geräte über das aortale Segment, ist die am besten validierte Methode; ein Grenzwert von >10 m/s der Europäischen Gesellschaft für Hypertonie weist im Kontext von Bluthochdruck auf pathologische Aortasteifigkeit hin. Wandzusammensetzung, Proteinquervernetzung, Elastinfragmentierung und vaskulärer Glattmuskeltonus tragen zur Steifigkeit bei, die mit dem Alter progressiv zunimmt und durch Hypertonie, Diabetes mellitus und chronische Nierenerkrankung beschleunigt wird. Große prospektive Studien und Metaanalysen haben gezeigt, dass die cf-PWV kardiovaskuläre Ereignisse und Gesamtmortalität unabhängig von klassischen Risikofaktoren vorhersagt, auch in Populationen ohne manifeste Herz-Kreislauf-Erkrankung.
Quellen
- Blacher J, Asmar R, Djane S, London GM, Safar ME. (1999). Aortic Pulse Wave Velocity as a Marker of Cardiovascular Risk in Hypertensive Patients. *Hypertension*doi:10.1161/01.HYP.33.5.1111
- Sutton-Tyrrell K, Najjar SS, Boudreau RM, et al.. (2005). Elevated Aortic Pulse Wave Velocity, a Marker of Arterial Stiffness, Predicts Cardiovascular Events in Well-Functioning Older Adults. *Circulation*doi:10.1161/CIRCULATIONAHA.104.483628
