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Biomarker

Cystatin C

Geprüft von

Cystatin C ist ein kleines (13 kDa) Cysteinprotease-Inhibitorprotein, das von allen kernhaltigen Zellen mit konstanter Rate gebildet, glomerulär frei filtriert und im proximalen Tubulus nahezu vollständig rückresorbiert und katabolisiert wird — eine Eigenschaft, die es zu einem sensitiven endogenen Filtrationsmarker macht. Im Gegensatz zu Kreatinin wird die Serumkonzentration kaum von Muskelmasse, Geschlecht oder Eiweißzufuhr beeinflusst, steigt aber bei erhöhtem Körperfettanteil, Schilddrüsenfunktionsstörungen und Kortikosteroidgabe — was bei der Interpretation zu berücksichtigen ist. Die 2021 publizierten CKD-EPI-Gleichungen auf Basis von Cystatin C bzw. kombiniert aus Kreatinin und Cystatin C liefern genauere eGFR-Schätzwerte in Populationen, in denen Kreatinin durch extreme Muskelmasse verzerrt ist. Erhöhtes Cystatin C ist ein robuster Prädiktor für kardiovaskuläre Ereignisse, kognitiven Abbau und Gesamtmortalität; epidemiologische Analysen deuten darauf hin, dass es das renale Altern genauer abbildet als die kreatininbasierte eGFR.

Quellen

  1. Shlipak MG, Matsushita K, Ärnlöv J, Inker LA, Katz R, Polkinghorne KR, et al.. (2013). Cystatin C versus creatinine in determining risk based on kidney function. *New England Journal of Medicine*doi:10.1056/NEJMoa1214234