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Genetik

Mitochondriale Haplogruppen

ENMitochondrial haplogroups

Geprüft von

Mitochondriale Haplogruppen sind Cluster maternally vererbter mitochondrialer DNA-(mtDNA)-Haplotypen, die durch gemeinsame Polymorphismen definiert sind und antike Migrationsrouten sowie geographische Abstammungslinien widerspiegeln. Da die mtDNA 13 essentielle Untereinheiten der Atmungskette und 22 tRNAs kodiert, können haplogruppen-definierende Varianten die oxidative Phosphorylierungseffizienz, die Produktion reaktiver Sauerstoffspezies und die mitochondriale Morphologie subtil beeinflussen. Mehrere Studien berichteten von Assoziationen zwischen bestimmten Haplogruppen und Langlebigkeit, am deutlichsten für die Sub-Haplogruppen D4a und D5 bei japanischen Hundertjährigen (Tanaka et al.) sowie für Haplogruppe J in einigen europäischen Hundertjährigen-Kohorten; die Replikation über Populationen hinweg ist jedoch inkonsistent, die Stichprobengrößen der Originalstudien waren moderat, und Populationsstratifikation ist ein anhaltender Störfaktor. Mitochondriale Haplogruppen sind daher als plausible, aber nicht fest etablierte Modulatoren des Alterungsverlaufs zu betrachten.

Quellen

  1. Wallace DC. (2005). A mitochondrial paradigm of metabolic and degenerative diseases, aging, and cancer: a dawn for evolutionary medicine. *Annual Review of Genetics*doi:10.1146/annurev.genet.39.110304.095751
  2. Cluett TJ, Roberts SG, Brayne C, et al.. (2009). Mitochondrial haplogroups and lifespan in a population isolate. *Mitochondrion*doi:10.1016/j.mito.2009.02.003