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Umwelt & Exposom

Schimmel und Mykotoxine

ENMold and Mycotoxins

Innenraum-Schimmelbefall – meist Stachybotrys chartarum, Aspergillus- und Penicillium-Arten – entsteht dort, wo Feuchtigkeit im Gebäude besteht, und kann lebende Sporen, Hyphenfragmente und Sekundärmetaboliten (Mykotoxine wie Aflatoxin B1, Ochratoxin A, makrozyklische Trichothecene) freisetzen. Die WHO-Leitlinien zur Innenraumluftqualität bei Feuchte und Schimmel (2009) zeigen, dass Bewohner feuchter oder schimmeliger Gebäude ein bis zu 75 % höheres Risiko für Atemwegssymptome und Asthma haben und dass etwa 13 % des kindlichen Asthmas in der WHO-Europaregion auf Wohnraumfeuchte zurückgehen. Aflatoxin B1 ist von der IARC (Monographie 100F, 2012) als Gruppe-1-Humankanzerogen klassifiziert; chronische Nahrungsaufnahme verursacht hepatozelluläres Karzinom, besonders bei HBV-Positiven. Inhalative Toxikologie ist schwächer belegt, doch Stachybotrys-Trichothecene sind potente Proteinsynthese-Hemmer und werden mit Sick-Building-Symptomen in Verbindung gebracht. Sanierung bedeutet Feuchtigkeit beseitigen, nicht Biozide einsetzen.

Quellen

  1. World Health Organization Regional Office for Europe. (2009). WHO Guidelines for Indoor Air Quality: Dampness and Mould. *WHO Europe*
  2. International Agency for Research on Cancer. (2012). IARC Monographs on the Evaluation of Carcinogenic Risks to Humans, Volume 100F: Chemical Agents and Related Occupations — Aflatoxins. *IARC Monographs*
  3. Mendell MJ, Macher JM, Kumagai K, et al.. (2023). Fungal Contamination of Building Materials and the Aerosolization of Particles and Toxins in Indoor Air and Their Associated Risks to Health: A Review. *Toxins*