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Stoffwechsel

Ruheumsatz (RMR/Grundumsatz)

ENResting metabolic rate (RMR/BMR)

Der Ruheumsatz (RMR) — häufig synonym mit dem Grundumsatz (BMR) verwendet, obwohl BMR unter streng standardisierten Nüchtern- und thermoneutralen Bedingungen ermittelt wird — beschreibt den Energieverbrauch in vollständiger Ruhe zur Aufrechterhaltung vitaler Funktionen: Ionenpumpen, Proteinumsatz, Herz- und Atemarbeit sowie Thermogenese. Er macht in der Regel 60–70 % des gesamten Tagesenergieverbrauchs (TDEE) aus; Prädiktionsformeln (Harris–Benedict, Mifflin–St Jeor) weisen systematische Fehler von ±10–15 % auf. Der RMR sinkt mit dem Alter vor allem wegen sarkopeniebedingten Muskelabbaus; die Baltimore Longitudinal Study of Aging belegte, dass dieser Abfall bei chronisch Erkrankten stärker ausfällt (Zampino et al. 2020). Eine Doubly-Labelled-Water-Studie mit 6 421 Teilnehmern (8 Tage bis 95 Jahre) zeigte, dass der körperzusammensetzungsbereinigte TDEE zwischen 20 und 60 Jahren stabil bleibt und danach um ~0,7 % pro Jahr fällt — der altersbedingte RMR-Abfall ist also überwiegend durch den Verlust an fettfreier Masse erklärbar (Pontzer et al. 2021). Unter Kalorienrestriktion fällt der RMR stärker als durch Massenabbau allein erklärbar; Martin et al. (2022) zeigten, dass rund 60 % der post-diätetischen RMR-Suppression auf Gewebeverlust und ~40 % auf echte metabolische Adaptation entfallen. Epidemiologische Daten verknüpfen niedrige fettfreie Masse konsistent mit erhöhter Gesamtsterblichkeit.

Quellen

  1. Pontzer H, Yamada Y, Sagayama H, et al.. (2021). Daily energy expenditure through the human life course. *Science*doi:10.1126/science.abe5017
  2. Zampino M, AlGhatrif M, Kuo PL, Simonsick EM, Ferrucci L. (2020). Longitudinal Changes in Resting Metabolic Rates with Aging Are Accelerated by Diseases. *Nutrients*doi:10.3390/nu12103061
  3. Martin A, Fox D, Murphy CA, Hofmann H, Koehler K. (2022). Tissue losses and metabolic adaptations both contribute to the reduction in resting metabolic rate following weight loss. *International Journal of Obesity*doi:10.1038/s41366-022-01090-7