Kohortenstudie
ENCohort study
Eine Kohortenstudie begleitet eine definierte Personengruppe über die Zeit und erfasst, wer das interessierende Ereignis entwickelt. Die Exposition wird zuerst erhoben, der Endpunkt später, sodass die zeitliche Reihenfolge feststeht. Eingeschlossen werden Personen ohne das Ereignis; sie werden nach Exposition gruppiert, anschließend werden die Ereignisraten verglichen. Als Kennzahl dient meist ein Hazard Ratio aus dem Cox-Modell, ergänzt um Personenjahre. Prospektive Kohorten erheben Daten ab Studienbeginn, retrospektive rekonstruieren sie aus vorhandenen Unterlagen. Die Framingham-Studie schloss 1948 insgesamt 5.209 Einwohner ein und begründete den Begriff des kardiovaskulären Risikofaktors. Doll und Hill verfolgten ab 1951 rund 34.000 britische Ärzte und belegten den Zusammenhang zwischen Rauchen und Lungenkrebs. Heutige Kohorten sind deutlich größer: Die UK Biobank rekrutierte zwischen 2006 und 2010 etwa 500.000 Erwachsene im Alter von 40 bis 69 Jahren. Die zentrale Schwäche ist Confounding. Wer viel Gemüse isst, raucht seltener und bewegt sich mehr; keine statistische Adjustierung gleicht alle Unterschiede aus. Hinzu kommt umgekehrte Kausalität: Eine beginnende Erkrankung senkt das Körpergewicht, wodurch niedriges Gewicht gefährlich erscheint. Verzerrend wirkt außerdem, wenn Studienabbrüche mit der Exposition zusammenhängen. In der Longevitätsforschung tragen Kohorten den Großteil der Evidenz, weil sich eine Ernährungsweise nicht über 30 Jahre randomisieren lässt.
Zuletzt geprüft:
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Quellen
- Doll R, Hill AB. (1954). The Mortality of Doctors in Relation to Their Smoking Habits: A Preliminary Report. *BMJ*doi:10.1136/bmj.1.4877.1451
- Dawber TR, Meadors GF, Moore FE. (1951). Epidemiological Approaches to Heart Disease: The Framingham Study. *American Journal of Public Health*doi:10.2105/AJPH.41.3.279
- Sudlow C, Gallacher J, Allen N, et al.. (2015). UK Biobank: An Open Access Resource for Identifying the Causes of a Wide Range of Complex Diseases of Middle and Old Age. *PLOS Medicine*doi:10.1371/journal.pmed.1001779
- von Elm E, Altman DG, Egger M, et al.. (2007). The Strengthening the Reporting of Observational Studies in Epidemiology (STROBE) statement: guidelines for reporting observational studies. *The Lancet*doi:10.1016/S0140-6736(07)61602-X
