Methodik
Wie wir die Evidenz bewerten
Jede Studie in unserer Forschungsbibliothek trägt einen Evidenzgrad. Er ist ein schnelles, ehrliches Signal dafür, wie viel ein Ergebnis trägt. So erkennst du auf einen Blick, ob hinter einer Aussage eine starke Humanstudie oder ein früher Tierversuch steht.
Unabhängig aus Prinzip
Wir verdienen an nichts mit, worüber wir berichten. Der Grad einer Studie spiegelt die Stärke ihrer Belege wider, nie wer sie finanziert hat oder ob sie zu einem Produkt passt.
Die drei Grade
Stark
Das Ergebnis beruht auf starken Belegen am Menschen. Der Effekt hat sich in strengen Studien bestätigt, oft in mehreren.
Typisch: Meta-Analysen, große randomisierte Studien oder große Langzeit-Kohorten am Menschen.
Moderat
Das Ergebnis ist vielversprechend, aber noch nicht gesichert. Die Belege deuten in eine Richtung, sind aber begrenzt, indirekt oder noch nicht am Menschen wiederholt.
Typisch: kleinere randomisierte Studien, solide Beobachtungsstudien oder gut gemachte Tiermodelle.
Vorläufig
Ein früher Hinweis, den man im Blick behalten sollte. Die Idee ist plausibel und teils gestützt, aber noch nicht am Menschen gezeigt.
Typisch: Zell- und Laborstudien, Fallberichte oder kleine frühe Pilotversuche.
Was wir gewichten
Vier Dinge bewegen eine Studie auf der Skala nach oben oder unten.
01
Studiendesign
Wo die Studie auf der Evidenz-Leiter unten steht. Humanstudien stehen über Tier- und Laborarbeit.
02
Stichprobengröße
Wie viele Menschen teilgenommen haben und wie lange. Größere, längere Studien wiegen schwerer.
03
Journal-Qualität
Ob die Arbeit per Peer-Review geprüft und in einem glaubwürdigen Journal veröffentlicht wurde.
04
Reproduzierbarkeit
Ob unabhängige Teams dasselbe gefunden haben oder die Studie noch allein dasteht.
Die Evidenz-Leiter
Nicht alle Belege sind gleich viel wert. Ergebnisse oben tragen echtes Gewicht; Ergebnisse unten sind Hinweise, keine Schlussfolgerungen.
- 01Übersichtsarbeiten von HumanstudienAm stärksten: viele randomisierte Studien am Menschen, zusammengefasst und qualitätsgeprüft
- 02Eine einzelne randomisierte Humanstudie (RCT)Die Randomisierung gleicht Störfaktoren aus
- 03Beobachtungsstudien am MenschenNützlich, aber störanfällig und kein Beweis für Ursache
- 04Tierstudien (Mäuse, Würmer, Fliegen)Toll für Hypothesen, oft nicht auf Menschen übertragbar
- 05Zell- und LaborstudienEin Hinweis auf den Mechanismus, weit weg vom Menschen
- 06'Es ergibt biologisch Sinn'Plausibilität ist kein Beweis für Nutzen oder Sicherheit
- 07ExpertenmeinungKann fundiert sein, ist aber kein gemessener Effekt
- 08Erfahrungsberichte und AnekdotenLeicht von Placebo und Auswahl getäuscht
- 09Tradition und 'altes Wissen'Am schwächsten: kein eingebauter Schutz davor, falsch zu liegen
Ein Grad ist ein Anfang
Evidenzgrade helfen dir, Forschung schnell einzuordnen. Sie sind keine medizinische Beratung. Sprich immer mit einer qualifizierten Fachperson, bevor du deine Gesundheitsroutine änderst.
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