Bewegung und Stoffwechsel
5 Paper in der Bibliothek, stärkste Bewertung Moderat.
Bewertet als Moderat · Auswertung von 29 Studien mit Losverfahren und 7.534 Teilnehmenden; beim Gewicht wichen die Ergebnisse stark voneinander ab, und Langzeitdaten über zwölf Monate fehlen.
Paper 5
- Digitale Selbstverpflichtung: 665 Schritte mehr am TagModeratn = 7.5342026European journal of preventive cardiologyZwischen Vorsatz und Tun klafft oft eine Lücke, gerade beim Bewegen und Abnehmen. Digitale Hilfen, mit denen man sich vorab verbindlich auf ein Ziel festlegt, können diese Lücke etwas verkleinern. Wer sie nutzte, ging im Schnitt rund 665 Schritte mehr am Tag. Außerdem nahmen die Nutzer knapp zwei Kilo mehr ab als die Vergleichsgruppen. Ein Forschungsteam fasste dafür 29 Studien mit zusammen 7.534 Erwachsenen zusammen. Alle hatten ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen. In jeder Studie entschied das Los, wer die digitale Hilfe bekam. Die Teilnehmenden aßen danach nach eigenen Angaben seltener aus Frust und verloren seltener die Kontrolle beim Essen. Auch Körperfettanteil, Ernährung und die regelmäßige Einnahme von Medikamenten verbesserten sich. Bei den Schritten kamen die Studien zu sehr ähnlichen Ergebnissen. Beim Gewicht dagegen gingen sie deutlich auseinander. Ob die Effekte über Jahre halten, lässt sich daraus nicht ablesen. Die Autoren wünschen sich deshalb Studien, die Menschen länger als zwölf Monate begleiten.
- Kraft plus Ausdauer: besserer Blutzucker, kein klarer BonusModeratn = 1.8532026MaturitasViele Menschen ab dem mittleren Alter mischen beim Sport Ausdauer und Krafttraining. Eine große Auswertung zeigt: Diese Kombination ging mit besseren Blutzuckerwerten einher als gar kein Training. Gegenüber reinem Ausdauertraining ließ sich aber kein klarer Zusatznutzen nachweisen. Die Forschenden fassten 21 Studien mit zusammen 1.853 Menschen ab 45 Jahren zusammen. In allen entschied das Los, wer welches Training machte. Verglichen mit Gruppen ohne Training sanken der Langzeitblutzucker, der Blutzucker und ein Maß für Insulinresistenz. Dieses Maß beschreibt, wie schlecht der Körper auf das Hormon Insulin anspricht. Bei Menschen mit Übergewicht fiel es in Teilauswertungen stärker. Für die Blutfette reichten die Daten nicht für eine klare Aussage. Am belastbarsten war der Befund zum Langzeitblutzucker. Hier zeigte die Kombination auch einen kleinen Vorteil gegenüber reinem Krafttraining. Die Autoren raten jedoch zur Vorsicht, denn die Datenlage war dünn. Außerdem trainierten die Gruppen womöglich unterschiedlich viel. Einen durchgehenden Vorsprung vor einer einzelnen Trainingsart belegt die Auswertung deshalb nicht.
- Diabetes im Alter: Kraft plus Ausdauer senkt den BlutzuckerModeratn = 2.4612026Frontiers in endocrinologyBewegung gehört zur Behandlung von Typ-2-Diabetes. Unklar war bisher, welches Training älteren Menschen beim Blutzucker am meisten bringt und wie viel davon nötig ist. Eine Auswertung von 34 Studien mit zusammen 2.461 Teilnehmenden liefert Hinweise. Am besten schnitt die Kombination aus Ausdauer- und Krafttraining ab. Sie senkte den Langzeitblutzucker HbA1c im Schnitt um etwa einen Prozentpunkt stärker als bei Gruppen ohne Training. In allen Studien entschied das Los, wer trainierte. Die Teilnehmenden waren im Schnitt mindestens 60 Jahre alt. Verglichen wurden Ausdauertraining, Krafttraining, kurze harte Intervalle, traditionelle chinesische Bewegungsformen und die Kombination. Alle fünf senkten den Langzeitblutzucker. Beim Nüchternblutzucker ließ sich ein klarer Effekt für die Kombination, reines Ausdauertraining und die chinesischen Bewegungsformen nachweisen. Messbar wurde der Nutzen ab etwa 500 MET-Minuten pro Woche, einem Maß, das Dauer und Anstrengung verbindet. Die Verlässlichkeit der Ergebnisse reicht laut den Autoren von sehr gering bis mittel. Viele Studien berichteten lückenhaft, wie gut die Teilnehmenden durchhielten. Nebenwirkungen wie Unterzuckerung oder Stürze erfasst die Auswertung nicht. Die Autoren fordern weitere Studien, um die nötige Trainingsmenge genauer festzulegen.
- Typ-2-Diabetes: Jedes Training hinterlässt eigene Spuren im BlutModeratn = 2.7412026Diabetes, obesity & metabolismAusdauertraining und Krafttraining verändern bei Menschen mit Typ-2-Diabetes offenbar unterschiedliche Blutwerte. Nach Ausdauertraining stieg Adiponectin, ein Hormon aus dem Fettgewebe. Leptin, ein weiteres Hormon aus dem Fettgewebe, sank. Zugleich gingen zwei Entzündungsbotenstoffe zurück: TNF-alpha und Interleukin-6. Krafttraining war vor allem mit einem Rückgang dieser beiden Entzündungswerte verbunden. Die Forschenden fassten 60 Studien zusammen, in denen das Los über Training oder kein Training entschied. Insgesamt nahmen 2.741 Erwachsene mit Typ-2-Diabetes teil. Eine besondere Rechenmethode erlaubte auch Vergleiche zwischen Trainingsarten, die nie direkt gegeneinander getestet wurden. Auch Intervalltraining mit kurzen, harten Belastungen senkte TNF-alpha. Wer häufiger Ausdauer trainierte, hatte einen stärkeren Rückgang von Interleukin-6. Die Autoren mahnen selbst zur Vorsicht. Bei Interleukin-6 passten die Daten aus verschiedenen Vergleichen teils nicht zusammen. Zusatzauswertungen nach Alter und Gewicht liefern nur erste Hinweise. Die Ergebnisse sollen neue Fragen anstoßen, aber weder eine Rangliste der Trainingsarten noch Trainingsempfehlungen begründen.
- Mehr Vitamin D im Blut, seltener drei Herzrisiken auf einmalVorläufign = 1.6682026International journal of environmental health researchÄltere Menschen in Südkorea mit mehr Vitamin D im Blut hatten seltener mehrere Risikofaktoren für Herz und Stoffwechsel gleichzeitig. Dasselbe galt für jene, die die Empfehlung für Ausdauerbewegung erfüllten. Am seltensten waren Menschen betroffen, bei denen beides zusammenkam. Die Daten stammen aus einer landesweiten Gesundheitsuntersuchung von 2023. Ausgewertet wurden 1.668 Menschen ab 65 Jahren, die zu Hause lebten. Als gehäuftes Risiko galt, wer mindestens drei von fünf solchen Risikofaktoren aufwies. Das traf auf gut ein Drittel zu. Verglichen mit Menschen unter 20 Nanogramm Vitamin D pro Milliliter Blut und ohne genug Bewegung, waren jene mit mindestens 20 Nanogramm und genug Bewegung seltener betroffen. Lebensumstände, Rauchen, Alkohol, Wohngegend und Körpergewicht wurden dabei herausgerechnet. Vitamin D und Bewegung hingen jeweils für sich mit dem Ergebnis zusammen. Dass sich beide gegenseitig verstärken, fanden die Forschenden nicht. Wichtig ist die Grenze: Alle Werte wurden zu einem einzigen Zeitpunkt erhoben. Ob mehr Vitamin D oder mehr Bewegung die Risikofaktoren tatsächlich verringert, lässt sich daraus nicht ablesen. Ein Vitamin-D-Präparat wurde nicht getestet.
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