Langsam vom Stuhl hoch: öfter Herzkrankheit und Schlaganfall
Einstufung Moderat — große Beobachtungsstudie mit 7.258 Erwachsenen über knapp acht Jahre; sie zeigt Zusammenhänge, kann aber nicht belegen, dass Muskelkraft das Herz schützt.
- Design
- Prospektive Kohortenstudie
- Teilnehmende
- 7.258
- Dauer
- 7,8 Jahre
- Finanzierung
- —
Wer einen schwachen Griff hatte und langsam vom Stuhl aufstand, erkrankte gut doppelt so oft am Herzen oder bekam einen Schlaganfall.
Wie fest jemand zupackt und wie schnell jemand vom Stuhl aufsteht, verrät offenbar etwas über Herz und Gefäße. In einer großen Studie aus China erkrankten Menschen mittleren und höheren Alters mit wenig Kraft häufiger am Herzen oder bekamen einen Schlaganfall. Am deutlichsten war das bei denen, die einen schwachen Griff hatten und zugleich langsam aufstanden. Ihr Risiko war gut doppelt so hoch wie bei den Kräftigsten.
Forschende begleiteten 7.258 Erwachsene im Schnitt 7,8 Jahre lang. Zu Beginn hatte niemand eine Herzkrankheit oder einen Schlaganfall. Gemessen wurden die Griffkraft und die Zeit, die jemand zum Aufstehen vom Stuhl brauchte. Bis zum Ende erkrankte etwa jeder Vierte. Wer am langsamsten aufstand, hatte ein um 53 Prozent höheres Risiko als die Schnellsten. Das gilt auch, wenn man andere Einflüsse herausrechnet.
Der Zusammenhang zeigte in dieselbe Richtung, egal ob der Blutzucker normal, leicht erhöht oder schon diabetisch war. Bei Menschen mit Diabetes war er für die Griffkraft ähnlich groß, aber statistisch nicht gesichert. Die Studie hat nur beobachtet: Ob mehr Muskelkraft Herz und Gefäße schützt, lässt sich daraus nicht ablesen.
Haftungsausschluss: Forschungszusammenfassungen dienen nur zu Informationszwecken und stellen keine medizinische Beratung dar. Konsultiere immer einen qualifizierten Arzt, bevor du Änderungen an deiner Gesundheitsroutine vornimmst.
